3D-Betondruck: Europas größtes gedrucktes Mehrfamilienhaus - Interview mit Fabian Rupp

Häuser zu bauen ist ihre Leidenschaft: Fabian und Sebastian Rupp sind mit dem Betrieb ihres Vaters, der Michael Rupp Bauunternehmung GmbH, groß geworden. Das Familienunternehmen ist seit über 25 Jahren ein kompetenter und zuverlässiger Partner für Architekten, Bauherren und Kommunen. Doch die Brüder wollen mehr: Sie revolutionieren den Hausbau!

Als Experten in den Bereichen schlüsselfertiges Bauen, Neubau, Umbau, Altbausanierung und einigen mehr, haben sie sich schon lange einen Namen gemacht. Der Schritt hin zum 3D-Betondruck war daher nur konsequent: „Wir haben für diese neue Bautechnik bereits einen großen Wissensvorsprung. Gleichzeitig sind wir innovationsstark und stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Wir wollen den 3D-Betondruck vorantreiben und werden dazu selbst forschen und entwickeln“, so Fabian und Sebastian Rupp. Ihr Ziel: die neue Technik massentauglich zu machen. Damit ihre Auftraggeber künftig Zeit und Geld sparen und das Bauen insgesamt nachhaltiger wird.

   

Digital Findet Stadt: Sie waren am Druck des ersten und größten gedruckten Wohnbaus in Europa beteiligt. Was sind die Herausforderungen dabei ein ganzes Gebäude zu drucken?

Fabian Rupp: Herausforderungen gab es viele. Das fängt schon bei der Suche nach einem Architekten an, der sich an die neue Technologie heranwagt, geht weiter mit dem Genehmigungsverfahren und endet mit der richtigen Verarbeitungsgeschwindigkeit des Materials je nach Witterung.

Digital Findet Stadt: Wie konnten Sie diese Herausforderungen überwinden?

Fabian Rupp: Mit Geduld, Flexibilität und Begeisterung für das, was wir tun.

Digital Findet Stadt: Welche Dimensionen hat so ein Drucker und wie groß kann damit gedruckt werden?

Fabian Rupp: Es gibt verschiedene Drucker. Wir haben mit einem COBOD BOD2-Drucker gearbeitet, der aus mehreren 2,5 m langen Modulen besteht und in allen drei Dimensionen flexibel konfigurierbar ist. Er wird maximal 15 m breit, 10 m hoch und beliebig lang. Mit diesem Drucker haben wir mit 380 Quadratmetern Wohnfläche auf drei Etagen das erste und größte Mehrfamilienhaus Europas aus dem 3D-Betondrucker erstellt.

Digital Findet Stadt: 3D-Druck ist eine neue und innovative Technologie in der Baubranche, aber wie spielt Gebäudedruck mit Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft zusammen?

Fabian Rupp: Einerseits können gedruckte Häuser hervorragend mit konventionell errichteten mithalten, wenn es beispielsweise um KfW-Standards und Energieeffizienz geht. Andererseits braucht diese Technologie durch den hervorragend planbaren und gezielten Einsatz von Baumaterialien weniger Beton als viele herkömmliche Bauweisen. Auch entsteht so weniger Abfall und es wird kein wertvolles Material verschwendet. Außerdem werden wir uns an der Entwicklung neuartiger Baustoffe und Betonarten beteiligen, um weniger Chemie und dafür mehr regenerative Bestandteile einzusetzen.

Digital Findet Stadt: Sie sind als Speaker beim Innovationskongress Digital Findet Stadt 2021 am 9. September in aspern Seestadt - Was werden Sie dort präsentieren?

Fabian Rupp: Wir werden das Projekt „Erstes 3D Mehrfamilienhaus in Europa“ im Detail vorstellen: Was sind die Vorteile und Herausforderungen des 3D Betondruckverfahrens? Wie lassen sich Herausforderungen überwinden und was bietet die Zukunft für den Gebäudedruck?

 

  

Unter dem Titel „Best Practice Academy“ zeigt der Jahreskongress von Digital Findet Stadt am 9. September in Wien, dass Österreich in Sachen Innovation einiges zu bieten hat.

In den drei disruptiven Themenbereichen BIM, automatisiertes Bauen und vernetzte Gebäude werden internationale Exzellenzprojekte nach aspern Seestadt gebracht und mit österreichischen Antworten versehen.­­

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