Die KI CON 2026 hat eindrucksvoll gezeigt: Das Interesse an künstlicher Intelligenz in der Bau- und Immobilienwirtschaft ist enorm. Der Andrang war groß, die Reihen waren voll besetzt – und die Diskussionen machten deutlich, wie stark das Thema bereits in der Praxis angekommen ist. Im Mittelpunkt stand eine zentrale Erkenntnis:
Steffen Robbi, CEO von Digital Findet Stadt, begrüßte das Publikum und eröffnete einen intensiven Nachmittag rund um KI, Innovation und konkrete Anwendungsrealität in der Bau- und Immobilienwirtschaft.
Den Auftakt machte Carina Zehetmaier | paiper.one & Austrian AI Advisory Board mit ihrer Keynote „Mind the Gap: Zwischen Regulierung und Umsetzung“. Ihre Botschaft: Ein KI-Tool zu lizenzieren bedeutet noch nicht, KI erfolgreich einzuführen. Entscheidend sind Governance, klare Verantwortlichkeiten, Kompetenzen und die Frage, wie Menschen in Organisationen befähigt und mitgenommen werden.
Anschließend diskutierten Expert:innen aus Wirtschaft und Praxis in der Podiumsdiskussion „KI-Roadmap durch die Anwendungsrealität“, wie KI vom Pilotprojekt in die breite Anwendung kommt – zwischen strategischem Anspruch, regulatorischen Anforderungen und operativer Umsetzung.
Diskutiert haben Carina Zehetmaier | paiper.one & Austrian AI Advisory Board, Jörg Hanke | BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H., Jürgen Rattenberger | FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH, Walter Haberfellner | Swietelsky AG und Wolfgang Kradischnig | DELTA AG.
Es wurde deutlich: Die Erwartungen an KI sind kurzfristig oft überhöht – ihre langfristige Veränderungskraft wird jedoch eher unterschätzt. Entscheidend wird sein, KI nicht nur als Tool-Frage zu behandeln, sondern Datenqualität, Verantwortlichkeiten, Entscheidungsprozesse und menschliche Kontrolle mitzudenken. Der Weg aus Pilotprojekten in die breite Anwendung gelingt nur, wenn Technologie, Organisation und Menschen gemeinsam weiterentwickelt werden.
Im Anschluss an die Diskussionsrunde wurde ein besonderer Meilenstein für die Digitalakademie sichtbar: Gisela Krenn von Austrian Standards übergab auf der Bühne das Zertifikat als Autorisierter Bildungspartner an Barbara Ohnewas, Leiterin der Digitalakademie von Digital Findet Stadt.
Damit wurde die Ausbildung: KI-Manager:in Bau & Immobilien offiziell qualifiziert. Sie erfüllt alle formalen Zulassungsvoraussetzungen und vermittelt das notwendige Fachwissen sowie die praktischen Fähigkeiten, um zur Zertifizierung als KI-Manager:in durch Austrian Standards anzutreten.
Ein rechtliches Update gab Alexandra Ciarnau | DORDA Rechtsanwälte mit ihrem Impuls zu KI-Regulierung in Österreich. Im Fokus standen der Digitale Omnibus, erwartete Anpassungen der KI-Verordnung, nationale Zuständigkeiten sowie konkrete Anforderungen wie Transparenz- und Kennzeichnungspflichten – etwa im Umgang mit Deepfakes und KI-generierten Inhalten.
Steffen Robbi | Digital Findet Stadt zeigte in seinem Impuls „KI am Bau: Was heute möglich ist – und was morgen Standard wird“, wie KI bereits heute in Planung, Bau und Betrieb eingesetzt wird. Besonders deutlich wurde: Die Branche steht vor dem Übergang von klassischer Software zu digitalen Mitarbeitenden – etwa KI-Planungsassistenten, KI-Bauleitern und KI-Teams, die Prozesse unterstützen, Risiken sichtbar machen und Entscheidungen vorbereiten.
Vor der Pause standen außerdem neun KI-Pioniere: Allimmo, Captured Knowledge, comstruct, project-home.ai, PROPSTER, Tendx, VESTIGAS, Wohnio, XEOMETRIC auf der Bühne und präsentierten in kompakten Tool-Pitches konkrete Lösungen für die Bau- und Immobilienwirtschaft. Damit wurde sichtbar, wie vielfältig KI-Anwendungen heute bereits sind – von Datenanalyse und Dokumentenprozessen bis hin zu Planung, Ausführung, Kommunikation und Betrieb.
Nach der Pause gab Joachim Ardelt | netconsult Einblicke in die KI-Transformation bei der DELTA Gruppe. Seine Praxiserfahrung zeigt: Erfolgreiche KI-Transformation braucht gleichzeitiges Handeln auf drei Ebenen – strategisch auf Unternehmens- und Gruppenebene, taktisch auf Prozess- und Bereichsebene sowie operativ in der individuellen Nutzung.
Walter Haberfellner | Swietelsky AG widmete sich dem Thema KI für Bauablauf und Ausführung. Der Fokus lag auf datenbasierter Risikoerkennung, prädiktiven Modellen, Frühwarnsystemen und stabileren Prozessen. Eine zentrale Botschaft: KI kann Risiken früher sichtbar machen – aber nur, wenn die Datengrundlage stimmt und die Menschen wissen, wie sie damit arbeiten.
Patrick Ratheiser | Ernst & Young Management Consulting zeigte mit AI-H.A.B.I.Ts, wie aus ersten Ideen produktive KI-Anwendungen werden können. Sein Impuls machte deutlich: KI-Erfolg entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch neue Gewohnheiten, gemeinsames Lernen, Experimentieren und den Mut, etablierte Wege zu verlassen und vor allem der Courage, auch mal einen Fehler zu machen.
In der abschließenden Paneldiskussion „Next Steps – was kommt jetzt?“ standen die nächsten Schritte im Mittelpunkt: Wie kommen Unternehmen vom Ausprobieren ins Umsetzen? Welche Kompetenzen braucht es? Und wie können KI-Anwendungen verantwortungsvoll, skalierbar und praxisnah in Organisationen verankert werden? In einem Punkt waren sich alle Speaker:innen einig: Um Mitarbeiter:innen mit KI vertraut zu machen, braucht es die Zeit, die Ressourcen und die Möglichkeit, diese Tools in einer geschützten, fehlertoleranten Umgebung auszuprobieren und zu lernen.
Moderiert von Barbara Ohnewas, waren dabei: Elisabeth Goëss | comstruct, Joachim Ardelt | netconsult, Patrick Ratheiser | Ernst & Young Management Consulting und Steffen Robbi | Digital Findet Stadt.
Ein besonderes Highlight war erneut der beliebte KI-Tool-Parcours. Die Teilnehmer:innen besuchten in 9 Gruppen die Stände der KI-Pioniere, lernten in 7-Minuten-Demonstrationen die konkreten Anwendungen kennen und konnten direkt von der Quelle erfahren, welche Lösungen bereits heute für die Branche verfügbar sind.
Den Abschluss bildete ein gemeinsames Networking bei Wein & Snacks – mit vielen Gesprächen, neuen Kontakten und der klaren Erkenntnis:
Vielen Dank an alle Speaker:innen, Partner, KI-Pioniere, Teilnehmer:innen und Unterstützer: BUWOG, Wirtschaftsagentur Wien, FGG und Bundestministerium für Wirtschaft, Energie und Turismus für den inspirierenden Nachmittag voller Praxis, Potenziale und Perspektiven!
Am 2. Juli veranstaltet Digital Findet Stadt gemeinsam mit Siemens und dem AIT Austrian Institute of Technology die Bau Invest Lounge | Sommer Edition. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus Gebäudedaten nutzbares Datenkapital wird – und wie Unternehmen diesen Wert systematisch erschließen können.