Eröffnet wurde der Tag von FH-Prof. Dr.techn. Anna-Vera Deinhammer, Stiftungsprofessorin für Sustainable Real Estate Development an der FH Wien der WKW und Vizepräsidentin des Circular Economy Forum Austria.
Ihre Keynote „Von Myopia zu Protopia – der Paradigmenwechsel vom kurzfristigen Denken hin zu langfristigem Wert“ forderte einerseits, ein heutiges Handeln immer konsequent auf Nachhaltigkeit auszurichten und öffnete andererseits einen optimistischen Blick auf die Entwicklungen und Potenziale unserer Branche. Sie strich dabei heraus, dass alle Größen, die bisher in der Geschichte der Menschheit etwas Positives bewirkt haben, bekennende Optimist:innen waren.
Ein zentrales Highlight des Vormittags war die Podiumsdiskussion zum Thema „Innovation rechnet sich – digitale Lösungen für messbaren Mehrwert“. Auf der Bühne diskutierten Anna-Vera Deinhammer, Gerald Beck | BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H., Stefan Graf | Leyrer + Graf Baugesellschaft m.b.H. und Stephan Pasquali | 3SI Immogroup. Gemeinsam beleuchteten sie die Chancen und Herausforderungen, die mit der digitalen Transformation in der Bau- und Immobilienwirtschaft verbunden sind und veranschaulichten, wie sie diesen Weg in ihren eigenen Organisationen ebnen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Digitalisierung tatsächlich zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil beitragen kann. Neben Raum und Ressourcen, die man seinen Teams für das Umsetzen innovativer Ideen gewähren muss, ist von entscheidender Bedeutung, für eine positive Fehlerkultur zu sorgen, damit neue Technologien ohne partikulare Risiken ausprobiert werden können. Klar wurde jedenfalls: Wer frühzeitig digitale Strategien implementiert, verschafft sich langfristig einen Vorsprung – sowohl im Hinblick auf wirtschaftliche Kennzahlen als auch auf ökologischen und sozialen Mehrwert.
Der Tag stand ganz im Zeichen der drei Schwerpunkte Planung, Bauen und Betreiben – und bot eine Vielzahl spannender Einblicke entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Im Themenblock Planung gab Theresa Fink | AIT einen Impuls zur digitalen Quartier-Energiewende – von der Modellierung bis hin zu konkreten Investitionspfaden. Nikolas Neubert | LAND zeigte eindrucksvoll, wie Naturkapital mithilfe von KI sichtbar und steuerbar gemacht werden kann. Den Abschluss bildete der Startup-Pitch von Georg Molzer | Shadowmap, gefördert von der Wirtschaftsagentur Wien, der eindrucksvoll vor Augen führte, wie digitale Tools neue Perspektiven für Planung aus Beschattung und Sonnenenergie eröffnen.
Im Themenfeld Bauen stand die Produktivität im Mittelpunkt: Helmut Spiehs | Binderholz stellte den Holzmodulbau als einen neuen Industriestandard vor. Walter Haberfellner | Swietelsky AG zeigte, wie KI-Modelle nicht nur auf der Baustelle, sondern auch abseits davon messbaren Mehrwert bringen können. Jörg Reinold | Wienerberger präsentierte Robotics als zukunftsweisenden Standard im Mauerwerksbau. Ergänzt wurde dieser Block durch den Startup-Pitch von Simone Grassauer | Scale, der optimierte Ansätze für serielle Bauprozesse aufzeigte.
Der Themenbereich Betreiben machte deutlich, wie groß das Potenzial digitaler Lösungen im Gebäudemanagement ist. Janine Schulyok | M.O.O.CON verdeutlichte anhand eines Praxisbeispiels, wie der Weg zum Digitalen Zwilling gestaltet werden kann, damit dieser echten Mehrwert für den Betrieb liefert. Alexander Redlein | TU Wien sprach über die Zukunft der Arbeitswelten, während Katharina Plank | Siemens anschaulich erklärte, wie breit angelegte Messungen in großen Immobilienportfolios zu steilen Lernkurven in der Optimierung von Gebäudetechnik führen. Den Schlusspunkt setzte der Pitch von Lukas Lauda | Repark, der sein Startup zur innovativen Parkplatzbewirtschaftung vorstellte.
Ein Thema durchzog den gesamten Kongress: Innovation erfordert Freiraum – aber auch Verantwortung und Konsequenz. Besonders die Entscheidungsträger:innen in Unternehmen sind aufgerufen, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Teams auf allen Ebenen – von Management bis Reinigung – mutig, neugierig und optimistisch Neues erproben können. Denn: Innovation ist immer ein Teamprozess.
Bevor ein Tag voller intensiver Impulse und spannender Panels zu Ende ging, betrat der jüngste Speaker in der Geschichte des Innovationskongresses die Bühne: Emanuel Robbi berichtete anschaulich, wie kinderleicht es heutzutage ist, Computerspiele mithilfe von KI zu programmieren – und machte damit seinen Papa und Moderator des Tages, Steffen Robbi, sichtlich stolz.
Den Abschluss des Innovationskongresses bildeten Kamingespräche in kleinen, intensiven Runden, die wertvollen persönlichen Austausch ermöglichten. Thematisch standen dabei unterschiedliche Perspektiven im Fokus: Ruth Schiffmann | NEVARIS sprach über „Zukunft bauen – wie nachhaltige Prozesse allen Stakeholdern zugutekommen“, während Nina Königshofer | M.O.O.CON Einblicke in die „(Digitale) Transformation im Facility Management am Limit?“ gab. Abgerundet wurde das Format durch Steffen Robbi | Digital Findet Stadt und Alexey Zuev | z-tech software mit der Diskussion „BIM und KI, die Zukunft des digitalen Bauens“.
Nach einem inhaltlich dichten Tag klang die Veranstaltung in bester Stimmung aus: Angeregte Gespräche, begleitet von guten Weinen, Cocktails und Musik von DJ Mauri Q, fanden auf dem Rooftop der Co-Innovation Factory im 10. Wiener Bezirk einen entspannten und inspirierenden Rahmen.
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