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Gebäudedaten als Wertanlage: Rückblick auf die Bau Invest Lounge | Summer Edition

Am 2. Juli 2026 lud Digital Findet Stadt gemeinsam mit Siemens und dem AIT Austrian Institute of Technology zur Bau Invest Lounge | Summer Edition ins Loft by the Lake. Unter dem Titel „Gebäudedaten als Wertanlage – wie Sie Ihr Datenkapital strategisch nutzen“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie aus Gebäudedaten strategisch nutzbares Datenkapital für Investor:innen, Eigentümer:innen, Betreiber:innen und Entscheidungsträger:innen der Bau- und Immobilienwirtschaft wird.

Nach der Begrüßung durch Barbara Ohnewas, Digital Findet Stadt, eröffnete Matej Banozic, AIT Austrian Institute of Technology, mit seinem Impuls „Less is More – warum bessere Daten wichtiger sind als mehr Daten“. Seine zentrale Botschaft: Nicht das Modell steht am Anfang, sondern die richtige Frage. Entscheidend ist nicht die Menge der Daten, sondern deren Qualität, Struktur und Relevanz. Erst wenn klar ist, welche Entscheidungen unterstützt werden sollen, können die richtigen KPIs definiert, erfasst und sinnvoll genutzt werden. Ein möglicher Lösungsansatz dafür ist das gemeinsame Forschungsprojekt BIM Bibliothek, das strukturierte digitale Informationen für die Praxis nutzbar machen soll.

Im Anschluss zeigte Roman Vögler, Siemens, mit dem Energy System Twin, welche Potenziale digitale Zwillinge auf Gebäudeebene für Effizienz, Resilienz und Dekarbonisierung eröffnen. Steigender regulatorischer Druck, verpflichtende Nachweise, volatile Energiepreise und komplexere Energiesysteme machen deutlich: Einmalige Analysen und statische Szenarien reichen nicht mehr aus. Wer Energieflüsse im Gebäude nicht versteht, kann sie auch nicht wirksam steuern. Der Energy System Twin schafft hier Transparenz und unterstützt dabei, Energieplanung, Betrieb und Kosten vorausschauend zu optimieren.

Mit Samira Chadli, SC Concepts, rückte anschließend das Forschungsprojekt ReSPACE in den Fokus. Das Projekt betrachtet Stadtentwicklung ganzheitlich: Wie werden wir künftig wohnen, arbeiten und mobil sein? Welche Anforderungen ergeben sich aus demografischen Entwicklungen? Und welche Potenziale liegen in bereits versiegelten urbanen Flächen? ReSPACE nutzt Satellitenbilder und KI, um versiegelte Flächen automatisiert zu identifizieren und Entwicklungspotenziale für Frei- und Grünräume sichtbar zu machen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Samira Chadli, Roman Vögler und Matej Banozic, moderiert von Barbara Ohnewas, wurde deutlich: Gebäudedaten sind ein zentraler Hebel, um Immobilien langfristig werthaltig, effizient und zukunftsfähig zu führen. Gleichzeitig braucht es mehr als reine Datenerfassung. Entscheidend ist, Daten aus unterschiedlichen Systemen zu verknüpfen, weiterzuverarbeiten und auf einem gemeinsamen Qualitätsniveau nutzbar zu machen.

Auch die Rolle von KI wurde kritisch eingeordnet. KI kann helfen, bessere Fragen zu stellen, Muster zu erkennen und Entscheidungsprozesse zu unterstützen. Sie ist jedoch immer nur so gut wie die Daten, mit denen sie arbeitet. Oder wie Roman Vögler es pointiert formulierte: „Die KI ist das Spielfeld – der Mensch ist immer noch der Trainer.“

Viele wesentliche Hebel für Energieeffizienz, Kostenkontrolle und Nachhaltigkeit liegen bereits in der Errichtung und bei laufenden Sanierungen. Die wirtschaftlichen Effekte zeigen sich jedoch häufig erst im Betrieb. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, wie Eigentümer:innen, Betreiber:innen und Nutzer:innen gemeinsam bessere Entscheidungsgrundlagen schaffen können.

Der Abend zeigte deutlich, dass Daten allein noch keine nachhaltigen und zukunftsfähigen Gebäude ausmachen. Erst durch klare Fragestellungen, geeignete Modelle, vernetzte Systeme, rechtliche Rahmenbedingungen und konkrete Leuchtturmprojekte entsteht aus Gebäudedaten echter Mehrwert.

Wir bedanken uns bei allen Speaker:innen, Partnern und Gästen für die spannenden Impulse, die intensive Diskussion und den persönlichen Austausch in sommerlicher Atmosphäre!

Autorin: Leonie Wimmer, Digital Findet Stadt

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