Beim Expert Talk | Deep Dive Circular Economy am 24. Juni 2026 stand eine zentrale Frage im Mittelpunkt: Wie lässt sich Kreislauffähigkeit im Bauwesen nicht nur ambitioniert planen, sondern auch nachvollziehbar dokumentieren und prüffähig nachweisen? Christian Sustr | FCP zeigte anhand konkreter Projekterfahrungen, dass Zertifizierung weit mehr als eine Bewertung zum Projektende ist. Sie übersetzt Nachhaltigkeitsziele in prüfbare Kriterien, macht Zielkonflikte sichtbar und schafft eine belastbare Nachweisstruktur.
Besonders deutlich wurde, dass Kreislauffähigkeit nicht am Einzelprodukt, sondern immer im Projektkontext zu messen ist. Ob Rückbaubarkeit, Materialökologie, Produktwechsel in der Ausführung oder Bestandsdokumentation – wichtig ist, dass Entscheidungen fachlich begründet, versioniert und für die Prüfung nachvollziehbar aufbereitet werden. Ein zentraler Impuls des Talks lautete daher: Dokumente allein sind noch keine Nachweise, denn sie müssen kriterienspezifisch, aktuell und eindeutig zugeordnet sein.
Wer Kreislauffähigkeit im Neubau oder in der Sanierung auditfähig umsetzen will, muss Zertifizierung frühzeitig als Steuerungsinstrument nutzen und das nicht erst als abschließende Kontrolle. Damit wird Kreislaufwirtschaft von einem Anspruch zu einer belastbaren Planungs- und Entscheidungsgrundlage.
Die Seminarreihe „Kreislauffähiges Planen und Bauen“ bietet einen umfassenden Überblick über alle Aspekte der Kreislauffähigkeit und Kreislaufwirtschaft im Bau: Von kreislauffähigem Bauen, über den Materialpass für Gebäude, bis hin zu rückbaufähigem Bauen. Mehr erfahren