Die Datengrundlage liefert eine Befragung von 138 Unternehmen und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen der Branche – von der Planung bis zum Facility Management. Untersucht wurden sieben Schlüsseltechnologien anhand von Kompetenz und Potenzial, Nutzung, konkreten Anwendungsfällen sowie Mehrwert und Herausforderungen.
Eine zentrale Erkenntnis des Reports: Digitalisierung findet nicht mehr einfach „in der Breite“ statt. Unternehmen prüfen zunehmend genauer, welche Technologie in welchem konkreten Anwendungsfall tatsächlich einen wirtschaftlichen Mehrwert schafft. Entscheidend ist damit weniger die Technologie selbst als ihr Beitrag zu Effizienz, Datengüte, Qualität und Planbarkeit. Die größten Hürden liegen dabei vor allem in Standardisierung, Schnittstellen, Kompetenzaufbau und der Integration in bestehende Prozesse.
Besonders dynamisch entwickelt sich künstliche Intelligenz: Die regelmäßige Nutzung stieg gegenüber der Befragung 2024 von 8 auf 51 Prozent. KI ist damit innerhalb kurzer Zeit vom Zukunftsthema zum Werkzeug des Arbeitsalltags geworden. Die breite Nutzung konzentriert sich derzeit allerdings noch stark auf Texterstellung und -bearbeitung, Recherche, Dokumentenanalyse sowie administrative und automatisierbare Aufgaben. Fachspezifische KI-Anwendungen in den eigentlichen Kernprozessen von Planung und Bau sind bislang deutlich weniger verbreitet. Der nächste wichtige Entwicklungsschritt liegt darin, KI zukünftig stärker mit strukturierten Projekt-, Planungs-, Bauwerks- und Betriebsdaten zu verbinden, um konkrete Fachprozesse zu unterstützen.
Besonders intensiv diskutiert wurde die Entwicklung bei Building Information Modeling. Die regelmäßige BIM-Nutzung ging in der Befragung von 47 Prozent im Jahr 2024 auf 20 Prozent zurück. Das bedeutet jedoch nicht, dass BIM gescheitert ist. Vielmehr zeigt sich, dass BIM kritischer danach bewertet, wo sich Aufwand und Investition tatsächlich rechnen. Zentrale Herausforderungen bleiben fehlende Standardisierung, komplexe Schnittstellen, der notwendige Kompetenzaufbau und die Integration in bestehende Unternehmensprozesse.
Umso wichtiger ist die aktuelle Weiterentwicklung der österreichischen BIM-Norm ÖN6241-2, um mit homogenen Standards arbeiten zu können. Beispielsweise entwickelt Digital Findet Stadt im Projekt Talk2BIM gemeinsam mit dem AIT Austrian Institute of Technology Standards und Lösungen zur Optimierung von BIM-Prozessen.
Auch bei Technologien wie VR und AR sowie 3D-Erfassung zeigt sich ein selektiverer Einsatz: Sie werden zunehmend dort genutzt, wo ein klarer Anwendungsfall und konkreter Mehrwert vorhanden sind. Gleichzeitig erzielt die Vorfertigung hohe Werte bei Kompetenz und Potenzial und bietet Chancen für höhere Produktivität, Planbarkeit und Ausführungsqualität.
Das Fazit des Expert Talks bringt diese Entwicklung auf den Punkt: Nicht die Breite des Technologieeinsatzes ist entscheidend, sondern der richtige Anwendungsfall und konkrete Mehrwert der jeweiligen Technologie.
Noch mehr Zahlen, Entwicklungen und Einblicke zu den sieben untersuchten Schlüsseltechnologien finden Sie im Technologiereport 2026. Der Report zeigt, welche Technologien bereits im Markt angekommen sind, wo Unternehmen konkreten Nutzen sehen und welche Herausforderungen bei der Umsetzung bestehen.
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